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Linke Politiker betonen Notwendigkeit der medizinischen Versorgung im Landkreis Hildburghausen

Mathias Günther

Das Krankenhaus in Hildburghausen war Teil des Regiomed- Konzerns und will sich nach dessen Ende neu aufstellen für die Zukunft.

Die Südthüringer Landtagsabgeordnete Linda Stark besuchte kürzlich die Henneberg- Klinken GmbH Hildburghausen. In Begleitung des Gesundheitspolitikers Ralf Plötner (beide Linke) konnte sich Stark in Gesprächen mit dem Betriebsrat und der Geschäftsführung davon überzeugen, dass die 2024 nach dem Ende des Regiomed- Konzerns vom Landkreis Hildburghausen übernommene Krankenhausgesellschaft eine interessante Idee für die Zukunft des medizinischen Versorgungsstandortes Hildburghausen entwickelt hat.

„Die medizinische Basisversorgung muss in Hildburghausen unbedingt erhalten bleiben. Dafür sprechen neben der so genannten „Erreichbarkeitsregel“ (30 min- Regel) auch spezifische Gesundheitsfaktoren im Landkreis“, so Plötner. Der gegenwärtig als Landesvorsitzender seiner Partei agierende Ostthüringer hat selbst den Beruf des Pflegers erlernt und kennt die Umbrüche im Gesundheitssystem auch aus parlamentarischer Arbeit. 

Neben den Entfernungen zu etwaigen anderen Krankenhäusern in der Region spricht Plötner zufolge auch die besonders starke Verbreitung bestimmter Krankheitsbilder wie Arthrose, Adipositas und Diabetes im Landkreis für eine weitere Entwicklung der Klinik. Beim Auftreten solcher Fälle nähme der Landkreis teilweise einen statistischen Spitzenplatz in der Bundesrepublik ein.

„Die Entwicklung des Krankenhausstandortes zum Gesundheitscampus ist angesichts der durch die fragwürdige Gesundheitsreform des Bundes bestehenden Herausforderungen eine zukunftsfähige Idee“, ergänzte Linda Stark im Anschluss an die Vorstellung einer entsprechenden Präsentation durch Geschäftsführer Andreas Schütz, Saskia Kirsch und Torsten Münze.  So will die Hausleitung die Anzahl von derzeit 160 Betten erhalten, indem die Klinik von einer Einrichtung mit Grund- und Regelversorgung zu einem spezialisierten und demografisch angepassten Versorgungsnetzwerk transformiert wird. Teil des Konzepts ist die Umwandlung von 50 Betten der Akutmedizin hin zu geriatrischer Pflege und Rehabilitation. Darüber hinaus sollen Verwaltungsprozesse schrittweise automatisiert werden. Im Rahmen des Campusmodells soll zudem die Durchlässigkeit zwischen stationärer und ambulanter Behandlung stetig wachsen.

Einig waren sich alle Gesprächspartner, dass der Klinikbetrieb ohne die derzeit hier tätigen ausländischen Fachkräfte nicht aufrechtzuerhalten sei. Dies beträfe sowohl die rund um die Uhr direkt am Patienten tätigen Fachpflegenden, noch stärker Ärzte und Ärztinnen.

Stark und Plötner machten klar, dass sie den Freistaat und insbesondere den Bund in der Pflicht sähen, die finanziellen Voraussetzungen für den dauerhaft gesicherten Klinikbetrieb zu schaffen. Dies beträfe sowohl die rechtzeitige Bewilligung von notwendigen Investitionsmitteln für Bauten und Ausrüstungen, aber auch die unumgängliche Refinanzierung von Personalkosten. Dies sähen übereinstimmend auch die Geschäftsführung sowie Betriebsratsvorsitzende Constanze Langhammer und deren Mitstreiterin Antje Heim so. Auch vergleichsweise kleine Krankenhäuser wie Hildburghausen würden zur Abdeckung aller Dienste einen ausreichenden Personalbestand benötigen, welcher die entsprechenden Qualifikationen besitzt und für die verantwortungsvolle Arbeit in Pflege und Sicherstellung auskömmlich entlohnt wird. 

„Die Gesundheitspflege am Menschen entscheidet über Lebensqualität bis hin zur Lebensicherung. Da reichen wohlfeile Beifall- Aktionen nicht aus“, so Plötner abschließend.

 

Fotos: Mathias Günther


 

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